Wenn Wölfe im Schlamm spielen – Bad Wolf Dirt Run 2015 im Knüllwald bei Kassel

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Nachdem wir durch Zufall auf den Lauf aufmerksam geworden sind und wir in den vielen Videos der letzten Läufe die glücklichen und vollständig mit Schlamm bedeckten Wölfe und Rotkäppchen gesehen hatten, stand fest, wir greifen an.

Nachdem das Wolfsrudel endlich gefunden war, fielen leider 2 Wölfe aus unserem 5er-Rudel aufgrund von Verletzungen aus, und Doru sponserte sein Ticket an unsere Teamfotografin Franziska. Sie wusste somit erst einen Abend vor dem Event, dass die Kamera am nächsten Tag daheim bleiben kann und dafür die Cross-Schuhe eingepackt werden können.

Pünktlich los, Stau auf der A5 und somit 10 Minuten zu spät gestartet.

Sonne Check… Stimmung Check…. Gelände Extra-CHECK… Rudel voll motiviert…. Angriff – Ahooo Ahooo Ahooo

Als wir direkt nach dem Start den ersten Berg bezwungen hatten, stellte sich heraus, dass der verspätete Start perfekt war. Die Schlammgrube in der man bis zu den Knien im festen Schlamm steckte, zog einem fast die Schuhe aus und kostete einiges an Zeit um die 4-5 Meter zu überwinden. Unsere Startgruppe war schon über alle Berge und wir konnten uns somit, ohne lang warten zu müssen, einsauen und die nächste Steigung angreifen.

Und die Hügel hatten es in sich. Bevor der Schlamm am ganzen Körper auch nur ansatzweise trocknen oder abfallen konnte, gab es direkt die nächste Packung feinster nasser Lehm-Erde und auch die Mädels im Rudel konnten ihr Glück kaum fassen, dass es beim Bad Wolf Dirt Run auch noch eine Beauty-Schlamm-Packung obendrauf gab.

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An der Strecke gab es viele Streckenposten, Sanitäter, Helfer und Fotografen die immer ein wachsames Auge auf alle Teilnehmer und vor allem gute Laune hatten. Schlamm, Modder, Wassergräben, Pfützen und zwischendurch auch ab und zu Schlamm in Wassergräben und Wassergräben voller Schlamm. Es war herrlich. Stets nass, dreckig und die nächste Steigung in Sicht. So ballerte wir die nächsten Hügel, Berge und Hänge hoch und kamen an tollen Hindernissen vorbei die bezwungen werden wollten.

In der tiefsten Gangart ging es durch die Krabbel-Area (ca. 15m lang) weiter zum nächsten Hang an dem man mit Hilfe von Seilen oder in unserem Fall mit Hilfe des Profils hochknechten konnte.

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Ein paar Sprung- und Reifenhindernisse waren auch am Start und im Wald warteten noch waagerechte und senkrechte Netze sowie ein natürliches Hindernis aus umgefallenen Ästen und Bäumen auf uns. OCR Frankfurt (Ahooo, Ahooo, Ahooo) war nicht unbekannt und so wurden wir an mehreren Stellen angesprochen und haben den ein oder anderen getroffen, die unsere Heartbeat-Session oder den Fun-Run bereits kannten und/oder daran teilgenommen hatten.

Nach den ersten 9km wieder am Start angekommen, waren Jannik und ich warm gelaufen und die Mädels erstaunlich gut in Form. Trotz fehlendem Lauftraining und der krassen Höhenmeter waren Franzi und Mel noch voll motiviert und so ging es auf in die zweite Runde.

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In der zweiten Runde trafen wir Anna. Sie war nett und wurde sofort im Rudel aufgenommen. So ging es dann im 5er Rudel über die Piste und wir meisterten auch diese mit viel Spaß, Teamgeist und Biss.

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Im Ziel angekommen, bekamen wir die echt coolen Medaillen und Franzi vor Freude und Erleichterung Pippi in die Augen. Ihr erster Hindernislauf, 18km, mit ordentlich Höhenmeter und bähhm, Zieleinlauf… alles geschafft und neue Grenzen kennengelernt. Vollgepumpt mit Adrenalin und Glückshormonen genossen wir den Weg zu den Duschen und ließen den Traum der letzten Stunden erneut vor dem inneren Auge abspielen.

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Die Duschen waren leider sehr voll, die Parkplätze sehr weit weg und die Sonne hat sich etwas hinter den Wolken versteckt… Egal… Klamotten geholt… angestellt und die 30Grad-warmen Duschen genossen… NICHT!!! 😀 Duschen waren natürlich kalt und der Kreislauf direkt wieder am ausrasten… Warm kann ja jeder und so wurde es das Bonus-Hindernis nach einem „dirty“ Run.

Frisch geduscht sollte es dann zur After-Party gehen. Leider hatte der Veranstalter, aufgrund von mangelndem Interesse, die Musik abgebaut, die Party abgesagt und die Fress- und Getränkestände ebenfalls nach einer Stunde abgebaut. Uns kamen einige verärgerte Mitstreiter entgegen, die mehrere 100km angereist waren und, genauso wie wir, nach einem anstrengendem Lauf den Abend gemütlich am Lagerfeuer mit Musik, einer Wurst und einem Getränk ausklingen lassen wollten. Leider wurden die Versprechungen vom Veranstalter nicht gehalten und so machten wir uns wieder auf den Weg in die Heimat.

Fazit

Das Event war sehr gut organisiert, die Strecke und das Gelände perfekt, die Absperrungen und die Hilfs-/Rettungskräfte ausreichend vorhanden und die Medaillen und Shirts sind einfach nur der Hammer.

  • Der Schlamm und die Strecke sind der Hauptgrund für die Teilnahme an diesem Event und diesbezüglich wird NIEMAND enttäuscht.
  • Die Hindernisse sind nicht sehr anspruchsvoll aber dennoch eine nette Abwechslung.
  • Alle Teilnehmer waren gut drauf und hatten sichtbar Spaß auf der Strecke.

Insgesamt gab es 10 Duschen und 4 Vorduschen (die dann auch als normale Duschen genutzt wurden, da die Duschmöglichkeiten etwas unterdimensioniert waren). Getreu dem Motto „Duschen kann man durch nichts ersetzen außer durch noch mehr Duschen“, hoffe ich dass im nächsten Jahr mehr Duschmöglichkeit angeboten werden.

Die Versorgungsstationen waren ausreichend aber leider in der 2. Runde, bis auf Wasser, komplett leer. Und da vor allem in der 2. Runde die Reserven schwinden, sollte im nächsten Jahr für eine ausreichende Versorgung der Läufer, mit Iso, Bananen und Wasser gesorgt werden.

Was uns gar nicht gefallen hat und die gute Stimmung nach dem Lauf fast auf 0 brachte war das After-Event. Wir hatten uns, wie viele andere auch, sehr darauf gefreut und wurden enttäuscht.

Die Fotos waren sehr schnell online und die Enttäuschung sehr schnell sehr groß. 9,50€ für ein Foto sind bei einer Startgebühr von über 50€ nicht akzeptabel. Es würde noch ein Fotopaket für 36€ geben, bei der anhand der zugeordneten Startnummer die Fotos zusammen erworben werden können. Ist sicher gut gemeint aber bei einem DIRT-Run, wie dem Bad Wolf, waren unsere Startnummern nach dem ersten Hindernis nicht mehr lesbar und somit kommen 10 Fotos zusammen die definitiv keine 36€ wert sind. Somit gibt es keine persönlichen Fotos die man teilen und somit kostenlose Werbung für das Event machen kann. Sehr schade. Dank der Hobbyfotografen an der Strecke ist dennoch das eine oder andere Foto entstanden und wurde auf Facebook kostenlos zur Verfügung gestellt.

Nach dem Lauf gab es eine Umfrage und somit bleibt die Hoffnung, dass die Veranstalter für nächstes Jahr ein paar Verbesserungen auf Lager haben. Alles in Allem war es ein tolles Event und wir werden im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder am Start sein und als Wolfsrudel im Schlamm spielen.

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